VERBORGEN - Susanne und Ulrich Precht in der Galerie am Museum, Frauenau
Der Titel der Ausstellung bezieht sich in vielerlei Hinsicht auf das Leben und die Arbeit der beiden Künstler. VERBORGEN in dem idyllischen Glasmacherdorf Lauscha in Thüringer Wald haben sie sich selbst gesehen. Während der Zeit des Sozialismus waren ihr Können und ihre Kunstfertigkeit für uns VERBORGEN. In der neuen Schau der AiR-Künstler Susanne und Ulrich Precht können Sie nun VERBORGENes entdecken, auf die Suche nach VERBORGENen Schätzen gehen und dabei viele Überraschungen erleben.
Eröffnet wird die absolut sehenswerte Ausstellung am Donnerstag um 18:00 Uhr in der Galerie am Museum in Frauenau.
Hinweis: Karin Rühl, Leiterin des Glasmuseums Frauenau, wird in ihrer Einführung die Bedeutung der Glaskünstlerfamilie Precht aus Lauscha für die Studio-glasbewegung genauer erläutern.
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Susanne und Ulrich Precht „Artist in Residence“ der Glashütte Eisch VERBORGEN Ausstellungseröffnung: Donnerstag, den 21.08.2008 um 18 Uhr Ausstellungsort: Galerie am Museum, Frauenau Öffnungszeiten: Mo – Fr: 11-17.30 Uhr, Sa: 11-16 Uhr Ausstellungsdauer: 22.08.08 – 08.11.08 Galerie geschlossen: 10.11.08 - 20.12.08 |
Aufmerksame Besucher Frauenaus haben ihn schon ausgemacht: den Fischschwarm an der Flanitz im Garten der Galerie am Museum in Frauenau. Für Galeristin Sissi Zizlsperger war es eine spontane Idee, die bunten Fische der Glaskünstler Susanne und Ulrich Precht über der Flanitz „fliegen“ zu lassen.
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Susanne und Ulrich Precht setzen die Reihe renommierter Glaskünstler fort, die an "Artist in Residence-" (AiR) der Glashütte Eisch teilgenommen haben. Das Künstler(ehe)paar aus Lauscha hat in den vergangenen Wochen unter Verwendung der unterschiedlichsten Hüttentechniken in der Glashütte Eisch eine Reihe begeisternder Gefäße und Objekte erarbeitet. Für die Realisierung ihrer Projekte konnten die Künstler auf alle technischen und künstlerischen Dienste der Hütte zurückgreifen.
Susanne und Ulrich Precht zählen seit mehr als einem Jahrzehnt zu den wichtigsten und auch erfolgreichsten deutschen Glaskünstlern der Gegenwart. Besondere äußere Bedingungen sowie individuelle Interessen, Begabungen, bildnerische Gestaltungskräfte und enormer Fleiß, gepaart mit Freude und Lust am künstlerischen Experiment, führten sie zu dieser Position innerhalb der heutigen Glasszene Deutschlands. Beide sind nicht zum ersten Mal in Frauenau. Schon 1991, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, und danach 1997 und 2006, nahmen die Prechts an den Internationalen Glassymposien in Frauenau teil.
Susanne Precht gelangte nach eigenen Aussagen eher zufällig zum Glas. 1960 wurde sie in Halle geboren und wuchs in Merseburg und Greifswald auf, als Tochter eines Wissenschaftlerehepaares. Von 1978 bis 1983 studierte sie an der „Hochschule für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein Halle“ (heute „Hochschule für Kunst und Design, Halle“) im Fachbereich Glasgestaltung bei Prof. Rüdiger Reinel - und lernte dort Ulrich Precht kennen.
Ulrich Precht entstammt einer Künstlerfamilie. Sein Vater Volkhard Precht errichtete schon 1963 seinen ersten Studioglasofen und betrat damit absolutes Neuland in Europa. Ulrich wurde 1956 in Gräfenthal/Thüringen geboren und studierte ebenfalls von 1978 bis 1983 an der „Burg“ im Fachbereich Gefäßgestaltung.
Gemeinsam lassen Susanne und Ulrich Precht sich 1983 als freischaffende Glaskünstler in Lauscha nieder, bauen den Studioglasofen im Prechtschen Anwesen aus und perfektionieren die Arbeitsbedingungen. Bis heute leben sie in Lauscha und arbeiten im eigenen Studio.
Der ältere Sohn Walter Precht, studiert momentan ebenfalls an der Burg Giebichenstein bei Prof. Kittel im Fachbereich Keramik und Glas Design. Gelegentlich arbeitet er am elterlichen Studioglasofen. Sohn Paul ist noch am Gymnasium und mehr naturwissenschaftlich orientiert.
„Sie“ benutzt die Gefäßform oft als Bildfläche. Darauf komponiert sie dann Ornamentales, Dekoratives, Florales, Figuratives per „Schnipsel", Zeichnung oder Malerei zu freien, zuweilen gegenständlichen Darstellungen. Experiment, Spiel, Berechnung und ästhetisches Arrangement verknüpft sie zu freien Objekten, die längst die Grenze vom Gebrauchsgut zum „Kunst-Stück" überschritten haben. Das Gefäß wird ganz und gar Bildträger, dessen Form-Bild-Einheit zum überzeugenden Glasobjekt wird.
„Er“ arbeitet teilweise bewusst gegen den Glascharakter an. Er „gebraucht" den Werkstoff Glas u. a. für autonome plastische Gebilde. Andere Materialien werden addiert, aufgeschichtet, eingeschmolzen, manchmal sind es Schriftzeichen, die „Botschaften" markieren. Oder ein roter Faden zieht sich durch. Die Objekte bekommen eine expressive Eigenwilligkeit. Die unterschiedliche Farbigkeit und Transparenz von Glasfolien werden kontrastreich gegeneinander ausgespielt. Es entstehen Glaskörper von faszinierender Dekorativität.
Bei einem etwa gleichen Grundfundus an Formen, Materialien, selbst Technologien und Arbeitsschritten, sind bei den Ausstellungsobjekten von Susanne und Ulrich Precht individuelle Handschriften auszumachen, wobei vermehrt auch gemeinsame Autorenschaft bei neuen Arbeiten auftaucht: „Sie“ setzt eher auf Transparenz, auf leuchtende Farbigkeit und Schönheit, „er“ will „Einsicht“ ins Glas nehmen.
Ulrich Precht hat durch Sandgusstechnik, mittels der verloren Form zu seiner ureigenen Bildersprache gefunden. Ein rauer, matter Grund, wie er sich nach dem Gießen eben ergibt. Nur manchmal setzt er spiegelblanke Oberflächen um Einblick in die Tiefe zu geben. Der ausgebildete Gefäßgestalter wagt sich an die freie plastische Form und große Bild-Objekte. Karnevalsmasken tauchen in der Ausstellung auf und bringen eine heitere Atmosphäre in die Galerie. Auf vielen Objekten finden sich - auch bei beiden - Landschaften bzw. landschaftsähnliche Darstellungen von metaphorischer oder erzählerischer Auffassung. Dabei zeigt sich in den Flächen der Facettenreichtum der gesamten Farbskala, oft noch mit Blattgold oder -silber untersetzt, sodass die Farbe in ihrer Intensität noch verstärkt wird.
Vorgefertigte Scherben aus Farbgläsern, auf die beide mit feuerfesten Porzellanfarben zeichnen und malen, spielen eine wichtige Rolle. Später arrangieren sie die Scherben lose zum entsprechenden Bild, um sie dann nach dem Erwärmen auf das heiße Kölbl aufzuschmelzen und mit farblosem Glas zu überstechen. Die in der Hütte entstandenen Schalen, Gefäße und Kokons mit duftig hingeworfenen, meist silhouettierten Szenen, erinnern an prähistorische Felsenzeichnungen und Wikinger-Darstellungen. Viele Arbeitsschritte waren nötig bis die Gefäßobjekte in Form und Farbe ausgewogen, und von den bildlichen Darstellungen in der gewünschten Reihenfolge umspielt wurden.
Ihre Skulpturen bestechen durch eine außergewöhnliche Handarbeit. Das "Wie" bleibt dabei unsichtbar und gibt dem Betrachter reizvolle Rätsel auf. Beim Arbeiten sieht man - der Werkstoff Glas geht den beiden Künstlern über alles. Die jeweilige Handschrift des Einzelnen ist bei diesen Arbeiten, die einer gemeinsamen Idee entsprungen ist, mitunter nur schwer auszumachen.
Die Besucher erwartet ein faszinierendes Spiel an Licht, Transparenz und Farben. Es gibt viel Verborgenes zu entdecken!
Die Preise der etwa 60 ausgestellten Objekte bewegen sich zwischen 260,- € und 2.800,- €
In der aktuellen Ausstellung mit dem Titel „VERBORGEN“ gibt es wirklich viel zu entdecken!
Elisabeth Zizlsperger Galerie am Museum/Eisch Atelier Grafenauer Str. 8 94258 Frauenau Tel.: 09926 180868 www.eisch.de
Öffnungszeiten: Montag - Freitag 11-17.30 Samstag 11-16 Uhr
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